Unsere Kirche ist zu folgenden Zeiten für Sie geöffnet:
Mittwoch: 10.00 Uhr – 12.00 Uhr
Samstag: 10.00 Uhr – 15.00 Uhr
(bitte im Gemeindebüro anfragen)

An diesen Tagen steht Ihnen im Eingangsbereich umfangreiches
Informationsmaterial zur Verfügung.
Ein Kirchenführer, Hinweise aller Veranstaltungen der Gemeinde,
Bücher, Texte und Karten können gelesen und mitgenommen werden.


Nähere Informationen in der Küsterei:
030 / 318 68 50  


Entstehung

Ausgehend von der verkehrsmäßigen Erschließung durch die Stadtbahn im Jahre 1882 kam es zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer boomartigen Bebauung des Gebietes um den Stuttgarter Platz (S-Bahnhof Charlottenburg) mit großen Mietshäusern. Die alte Charlottenburger Luisengemeinde, eigentlich auch für dieses Viertel zuständig, war bald völlig überlastet. Sie beschloss daher 1895 die Abzweigung einer Tochtergemeinde sowie den Bau einer dazugehörigen Kirche, der Trinitatiskirche. Als Bauplatz wurde der spätere Karl-August-Platz gewählt, der selbst erst mit der baulichen Erschließung des Gebietes entstanden war. Die Trinitatiskirche ist so ein typisches Beispiel für die vielen, im Zuge des industriellen Vergroßstädterung Berlins entstandenen Kirchenneubauten



Kirche im Schneemantel

Architektur

Die Kirche wurde von Prof. J. Vollmer, der u.a. den Bahnhof Friedrichstraße plante, und dem Architekten H. Jossoy entworfen. Es ging den Architekten darum, ohne Rücksicht auf historische Überlieferungen eine moderne protestantische Predigtkirche zu schaffen. Sie wählten daher einen Grundriss, der die traditionelle Grundrissform, die Kreuzform, weitgehend zugunsten eines auf sein Zentrum orientierten, beinahe quadratischen Kirchenraums zurückdrängte (Zentralbau). Dadurch konnte ein moderner, saalartiger Gottesdienstraum (ca. 1200 Plätze) mit großen, hellen Fenstern geschaffen werden. In der äußeren Gestalt der Kirche kommt diese Zentralanlage nicht zum Ausdruck, ihre Wuchtigkeit wurde vielmehr, unter Verwendung der Formen der märkischen Backsteingotik, in einer lebhaften Gliederung des Baus mit malerischer Wirkung aufgehoben.


1898 Einweihung der Trinitatiskirche

1899 Bildung der selbständigen Trinitatisgemeinde

1917 Hinter dem Altar wird eine überlebensgroße Christusstatue des Bildhauers Emil Cauer aufgestellt. (Marmorplastik im klassizistischen Stil)

1928 Die Aufstellung führt zu einer großen Umgestaltung des Altarraumes. Seine überreiche Vielfalt in Bemalung und Architektur wird zugunsten einer zurückhaltenden, an den architektonischen Grundformen orientierten Gestaltung verändert, der Altarraum dadurch als eigenständiger Bereich abgesetzt.

1943 - 1945 Zunehmend schwere Beschädigung der Kirche durch Bomben. Bei der Eroberung Berlins schließlich Zerstörung bis auf Außenmauern und Turm.

1953 Wiedereinweihung der von 1951 an wiederaufgebauten Kirche.

Äußeres: Gegenüber dem ursprünglichen Zustand kaum Veränderungen, lediglich der Dachreiter der Vierung fehlt.

Inneres: Völliger Neuaufbau der alten Raumstruktur in schlichter, sparsamer Ausführung, weißer Anstrich. Verlegung der Kanzel auf die rechte Schrägwand. Hinter dem Altar jetzt ein einfaches Holzkreuz. Wiederherstellung der Emporen erst 1959.

1962 Einbau der neuen Orgel. Im Zuge der Anschaffung des jetzigen Altarkreuzes, einem Werk des Künstlers Otto Flath, wird der Altarraum und die Ostfront umgestaltet: Um die Wirkung des Kreuzes nicht durch die große Rosette zu beeinträchtigen, wird diese um 75% verkleinert. Die beiden, die Rosette flankierenden Emporenrundfenster werden verblendet, die beiden Spitzbogenfenster hinter dem Altar bis zum Boden heruntergezogen.

1962 - 1970 Neuverglasung der Fenster

1998 Renovierung des Kircheninnenraumes anlässlich des 100jährigen Jubiläums. Die Emporenbrüstung wird in Anlehnung an das historische Vorbild neu gestaltet, der Fußboden mit Steinplatten belegt, der Altar aus dem Altarraum in das Kirchenschiff vorgezogen. Statt der Kanzel gibt es ein Predigtpult.



Orgel

An Stelle der im Krieg zerstörten Orgel (Fa. Sauer, 30 Register) wird 1962 eine neue Orgel (Fa. Walcker, 39 Register, 3 Manuale) eingebaut. Die Farbigkeit ihres Klanges kommt in der ausgezeichneten Akustik des Kirchenraumes besonders gut zur Geltung.


Glocken

An Stelle der 1917 abgelieferten drei bronzenen Glocken hängen heute
drei stählerne Glocken aus dem Jahre 1924 im 70 m hohen Turm der Kirche.
Ton c (3300 kg) “Ehre sei Gott in der Höhe”
Ton es (1900 kg) “Kommet her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid”
Ton f (1300 kg) “Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und stark”


Holzkruzifix

Das Kruzifix von Otto Flath (1906–1987), das 1961 in unserer Kirche angebracht wurde, erfüllt den ganzen Altarraum.
Es ist aus einem alten Birkenstamm geschnitzt.
In der Weise alter Meister zeigt es in der Mitte Christus, an den vier Kreuzenden sind die Symbole der vier Evangelisten zu sehen (Engel für Matthäus, Löwe für Markus, Stier für Lukas, Adler für Johannes).
Die Besonderheit des Kruzifixes ist darin zu sehen, dass Flath nicht den gewohnten, leidenden Christus mit der Dornenkrone gefertigt hat, sondern den Christus, der eigentlich als Gekreuzigter schon auferstanden ist.
Zur Darstellung dienten ihm:
Die aufrechte Haltung; anstelle der Dornenkrone ein geflochtener Kranz; ein vollständiges Gewand; keine Nägel sondern Löcher an den Stellen der Kreuzigung an Händen und Füßen.
Die Höhe des einzigartigen Kruzifixes beträgt 5,20 m, die Breite der Kreuzesarme 3,40 m.


Die Trauernde

Ein weiteres Holzbildwerk wurde in den darauffolgenden Jahren als Auftragsarbeit von Otto Flath gefertigt.
An der Stelle, an der sich jetzt da Holzbildwerk der Trauer befindet, war ehemals ein Sandstein-/Marmorrelief mit dem stahlhelmbewehrten Kopf eines Soldaten zu sehen mit der Inschrift “Den Toten Helden 1914 – 1918”.

Es galt für die Gemeindeleitung, das Leiden und die Trauer darzustellen, die durch einen Krieg hervorgerufen werden. So zeigt die Trauernde, daß sie bergend ihren Mantel um eine angedeutete Gestalt hüllt. Ihre Haltung ist die einer demütig betenden Person, die wohl weiß, daß der Trost für erlittenes Weh nicht aus uns selber kommen kann.


Die Taufe

Als drittes Kunstwerk hat Flath für die Gemeinde die Taufe geschnitzt, die an ihrem oberen Rand das Jesuswort zeigt: “Lasset die Kindlein zu mir kommen” und die Engelsgestalten sichtbar werden läßt als die Beschützenden, die Flehenden und die Demütigen.

Rundgang durch die Kirche

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Kirchenfenster von Fritz Ebeling (1930 - 2011)

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